Die Schweizer Faustballer sind bereit für die WM

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Sportlich und mental bereit, das perfekt ausgewogene Team der Schweizer Faustballmannschaft möchte Spitzenleistungen in der Faustball-Arena Winterthur zeigen.

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Die Schweizer Faustball Nationalmannschaft verliert zwar das letzte Testspiel vor der Heim-WM gegen Brasilien, reist aber trotzdem mit viel Zuversicht nach Winterthur. Am Samstag beginnt für die Spieler die WM-Kampagne.

Noch vier Mal schlafen und dann ist es endlich so weit: Die Faustball WM in Winterthur beginnt. 20 Jahre sind vergangen, seit die Weltmeisterschaften letztmals auf Schweizer Boden ausgetragen wurden. Entsprechend ist die Heim-WM ein einmaliges Ereignis in der Karriere der Schweizer Faustball Nationalspieler. Und da wollen sich die Schweizer natürlich von ihrer besten Seite präsentieren.

Selbstbewusst setzten sie sich den Weltmeistertitel zum Ziel. «Natürlich ist der WM-Titel ein sehr hohes Ziel und es muss alles perfekt passen, damit es aufgeht. Aber wenn wir uns nicht den Titel zum Ziel setzen, müssen wir gar nicht erst antreten», sagt Captain Ueli Rebsamen. Dass die Schweiz das Rüstzeug für den ganz grossen Triumph auf heimischem Terrain mitbringt, hat sie in den letzten Jahren wiederholt bewiesen. Mit beeindruckender Konstanz erreichten die Schweizer unter der Leitung des Trainer-Duos Oliver Lang und Hanspeter Brigger die Finalspiele an den letzten grossen Titelkämpfen. Die Schweizer sind amtierende Vize-Europameister, Vize-Weltmeister und Vize World Games Sieger.

Finalqualifikation am Turnier in Wigoltingen

An der Heim-WM soll nun endlich wieder einmal ein grosser Titel her. Dafür haben die Schweizer in der Vorbereitung viel investiert. Zum Abschluss der Vorbereitungsphase bestritten sie gestern Abend in Wigoltingen ein letztes Vorbereitungsturnier. Die Schweizer duellierten sich dort mit den WM-Teilnehmern Brasilien, Argentinien und Chile. Das Halbfinalspiel gegen Argentinien gewannen sie souverän in zwei Sätzen. Aber fast noch wichtiger als das Resultat: Captain Ueli Rebsamen gab nach einer langen Verletzungspause im zweiten Satz sein Comeback und fügte sich sogleich mit mehreren erfolgreichen Abschlüssen ins Mannschaftsgefüge ein.

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Das Finalspiel verloren die Schweizer dann gegen den WM-Mitfavoriten Brasilien mit 1:3. «Das Spiel war etwas durchzogen. Wir hatten vor allem in der Abwehr noch ein paar Probleme. Meine Spieler haben aber immer wieder angedeutet dass sie bereit sind für die WM», bilanzierte Nationaltrainer Oliver Lang. «Dass wir das letzte Spiel vor der WM verloren haben, bringt uns nicht aus dem Konzept. Vor der letztjährigen EM haben wir ebenfalls das letzte Testspiel verloren und standen danach im EM-Final.»

Unangenehmer Auftaktgegner an der WM

Die Schweizer Spieler werden sich nun noch etwas erholen, ehe sie sich am Samstagmittag in Winterthur treffen werden. Dann geht das WM-Abenteuer mit der Mission «WM-Titel» so richtig los. Am Sonntag wartet im offiziellen Eröffnungsspiel das Team aus Chile auf die Schweizer. Ein unangenehmer Gegner, den die Schweizer auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Das haben die Südamerikaner nicht zuletzt in Wigoltingen bewiesen, als sie Brasilien zwei Sätze lang fordern konnten.

«Chile hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Es wird ein enges Spiel auf hohem Niveau geben. Im Schongang werden wir diese Partie sicher nicht gewinnen, sondern wir müssen von Anfang an Vollgas geben. Entsprechend seriös werden wir auch die Vorbereitung absolvieren», so Oliver Lang. Neben Chile treffen die Schweizer in ihrer Gruppe auch noch auf die USA und Brasilien. Die Amerikaner sind der zweite Gegner der Gastgeber am Montagabend und am Dienstag wartet dann der erste richtige Gradmesser mit den Brasilianern, die in Hochform jedes Team schlagen können.

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Insgesamt treten an der WM auf der «Schützenwiese» in Winterthur 18 Nationen aus fünf Kontinenten an. So viele wie noch nie in der Geschichte des Faustballsports. Zu den Titelanwärtern gehören neben der Schweiz und Brasilien auch Österreich und vor allem Titelverteidiger Deutschland. Die Deutschen haben in den letzten Jahren jeden grossen Titel gewonnen und starten auch an der WM in Winterthur als Titelfavorit Nummer eins.