Im vierten Anlauf solls klappen

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Angreifer Lukas Lässer (30) aus Diepoldsau hat vor zwölf Jahren erstmals WM-Luft geschnuppert. Die Heim-WM in Winterthur ist bereits seine vierte WM – bisher lief es ihm an den Weltmeisterschaften aber noch nicht wie gewünscht. Das soll sich nun ändern.

lukas laesser 1Wenn am 11. August die Faustball Weltmeisterschaft in Winterthur eröffnet und die Schweizer Männer Nationalmannschaft alles daran setzen wird, den ersten WM-Titel in der Geschichte zu gewinnen, wird Lukas Lässer bereits seine vierte WM bestreiten. Damit ist er – was WM-Turniere angeht – der erfahrenste Spieler im Schweizer Kader.

Der Angreifer aus Diepoldsau hat bereits 2007 in Oldenburg (De) erstmals WM-Luft schnuppern können. «Damals war ich eben erst aus der U18-Nationalmannschaft gekommen, spielte auf Vereinsebene noch in der Nationalliga B und war daher im Nationalteam natürlich nur Ergänzungsspieler», blickt er zurück. «Das Turnier war trotzdem unvergesslich für mich. Im Spiel um Platz drei gegen Deutschland waren rund 10'000 Zuschauer im Stadion und jedes Mal, wenn wir zum Service kamen, machte die Mehrheit der Zuschauer mit ihren Tröten einen riesen Krach – das war echt brutal. Daran kann ich mich noch heute gut erinnern.»

Comeback nach zwei Jahren Pause

Die WM vier Jahre später ist Lukas Lässer, der im Alter von sechs Jahren in seinem Stammverein SVD Diepoldsau-Schmitter mit Faustball spielen begonnen hat, ebenfalls in Erinnerung geblieben. Allerdings aus einem anderen Grund. Die Schweiz belegte 2011 in Pasching (Ö) nämlich nur den fünften Platz. Ein schwaches Resultat gemessen an den Möglichkeiten der Eidgenossen. Lässer gab daraufhin seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Nicht wegen des 5. Platzes, sondern weil er mit seiner Rolle im Team nicht zufrieden war. Auch bei seiner zweiten WM kam er trotz starken Leistungen im Verein kaum zum Einsatz. «Ich hatte in dieser Phase keine Lust mehr auf die Nationalmannschaft», gibt er ehrlich zu.lukas laesser 2

Das änderte sich zwei Jahre später. Bei der Heim-EM in Olten gab er sein Comeback und ist seither fester Bestandteil der Nationalmannschaft. Doch auch an seiner dritten WM – 2015 in Argentinien – lief es ihm nicht wie gewünscht. «Ich spielte wirklich ein schwaches Turnier», so der Angreifer. Lukas Lässer und die Weltmeisterschaft – warum hat das bisher nicht gepasst? «Eine schwierige Frage. Das kann ich wirklich nicht sagen. Irgendwie waren die Weltmeisterschaften bisher einfach nicht mein Turnier. An den World Games in Taiwan und Polen lief es mir beispielsweise viel besser.»

Die Ruhe bewahren

Bei seiner vierten und wohl auch letzten WM in Winterthur will Lukas Lässer nun endlich sein Potenzial abrufen. Dass diese WM ausgerechnet in der Schweiz stattfindet, spielt für den 30-Jährigen nur eine untergeordnete Rolle. «Mit der Nationalmannschaft haben wir in der Schweiz zwar immer gut gespielt – vielleicht ist das ein gutes Omen», meint Lukas Lässer, der mit der Schweizer U18-Auswahl 2007 in Wallisellen den EM-Titel feiern konnte.

Doch was braucht es, damit das WM-Turnier in Winterthur für die Schweizer zu einem Erfolg wird? Lukas Lässer hat eine klare Antwort auf diese Frage. «Das Problem bei grossen Turnieren ist oftmals, dass man nervös wird. Nicht unbedingt nur die Spieler, sondern auch das Umfeld. Alle wollen alles perfekt machen und plötzlich beginnt man Dinge zu tun, die man noch nie zuvor gemacht hat. Doch das bringt nichts», so Lässer. «Manchmal ist weniger mehr. Wir müssen nur auf uns schauen und müssen als Mannschaft die nötige Ruhe ausstrahlen. Wenn uns das gelingt und jeder einzelne Spieler auf seiner Position die Verantwortung übernimmt, liegt der Final sicher drin.»